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Diskussionsveranstaltung!!!

Diskussionsveranstaltung der Gruppe Sozialer Widerstand. Thema: Der eine bekommt einen Scheißjob und der andere eben nicht!

likj

Jeder von uns kennt den Druck, der uns Tag für Tag von außen aufgezwungen wird. Gleichgültig, ob wir uns am Fließband blöd schuften oder im Büro geistig verausgaben. Überall spüren wir den stillen Zwang der Verhältnisse, welcher uns zwingt, unsere Haut zu Markte zu tragen. Denn ohne den Besitz von Produktionsmitteln sind wir Lohnabhängige dazu verdammt uns den Launen derer zu beugen, die über sie verfügen. Falls wir keinen Käufer für unsere Arbeitskraft finden bzw. aufgrund unserer körperlichen und geistigen Schwächen nicht dazu in der Lage sind, uns zu verkaufen, müssen wir von Almosen der jeweiligen Ämter leben. In unserer tollen Demokratie wird natürlich keine/r zum Arbeiten gezwungen, nein es werden einem bei Nichtannahme ihrer Angebote „nur“ die Almosen gekürzt, die sowieso schon vorne und hinten nicht ausreichen.
Die Sachzwänge der Kapitalvermehrung sollen von uns als „Preis der Freiheit“ akzeptiert werden! Doch da, wo Märkte frei sind, sind Fabriken und Büros Orte der Unfreiheit, wo wir uns dafür abschuften, damit wir in den Supermärkten uns und unsere „Träume“ verwirklichen können – und ganz nebenbei auch dem Handelskapital den Profit ermöglichen. Träumen wir wirklich von einem Leben, das aus Lohnarbeit und Konsum besteht? Gibt es wirklich keine Alternativen zum Kapitalismus?

Eine Diskussion über das Leben jenseits von Markt und Staat

Wo? Im Nachbarschaftshaus Gostenhof, Adam-Klein Str. 6
90429 Nürnberg
Wann? Am Samstag den 4. Mai 2013 um 19.00 Uhr

Der Terror des Kapitals – eine rätekommunistische Streitschrift


Mit der Beschreibung des ganz „normalen Terrors des Kapitals“ beginnt Nelke seinen Einstieg in die vorliegende umfassende und streitlustige Schrift. Fundiert schildert er die Funktionsweise der kapitalistischen Verwertung, unterzieht gewerkschaftliche Herangehensweisen und marxistische, aber auch anarchistische Politikverständnisse einer radikalen Kritik und setzt sich mit den diversen sozialen Bewegungen wie der Frauen-, Ökologie- oder auch Friedensbewegung auseinander. In solider rätekommunistischer Tradition wird der „reale Sozialismus“ als banaler Staatskapitalismus demaskiert. Eine grundsätzliche Aufarbeitung der jüngeren Reprivatisierungsgeschichte wird an den Beispielen des „blutigen Zerfalls Jugoslawiens“ und der „friedlichen Annexion der DDR“ geleistet.
Erhältlich ist das Buch im Buchhandel, 250 S., 12,90 Euro, ISBN: 3-00-015468-X oder direkt bei Syndikat-A.

Einleitung

Wir sind uns sehr wohl dessen bewußt, was der Autor p.m. zur Geschichte sagte: „Geschichte sind die Schichten unserer Gegenwart. Nichts ist erledigt, alles wird noch dreimal hochkommen.“ (p.m. im Interview: Von der Notwendigkeit aus der Geschichte zu ändern, statt sie immer zu wiederholen in Revolution Times Nr. 12, S. 36.) Deshalb besteht VOM KAPITALISMUS ZUR KLASSENLOSEN GESELLSCHAFT aus kritischen Beiträgen zur Geschichte und Gegenwart des Kapitalismus und der bürgerlichen Ideologie sowie des Klassenkampfes und der revolutionären Theorie. Die klassenlose Gesellschaft ist für uns eine mögliche Variante der Zukunft, aber keine Gesetzmäßigkeit. Auch halten wir den Kommunismus nicht für ein weltliches Paradies, es wird auch in ihm Widersprüche zwischen Gesellschaft und Individuum geben –allerdings werden sie ganz anders gelöst werden als wir es aus der Klassengesellschaft gewöhnt sind.

Die scharfe Kritik des Kapitalverhältnisses in allen seinen Erscheinungsformen (Privatkapitalismus, Staats-kapitalismus) und ideologischen Verkleidungen (Nationalsozialismus, Demokratie, „realer Sozialismus“) ist Lebenselixier des historischen Materialismus. Für uns sozialrevolutionäre ArbeiterInnen ist der Bruch mit dem kleinbürgerlichen Radikalismus (Parteimarxismus, Anarchismus, Mittelstandsfeminismus Antiglobalisierungs-bewegung…) besonders wichtig, da er in seinen Hauptströmungen nicht fähig ist mit der Klassengesellschaft zu brechen und nicht selten schon zu einer wichtigen politischen und ideologischen Stütze eben dieser Klassen-gesellschaft wurde. Marx/Engels sind als Pioniere des wissenschaftlichen Kommunismus noch immer dem Großteil ihrer parteimarxistischen Epigonen, aber auch den meisten ihrer anarchistischen KritikerInnen geistig weit überlegen. Aber wir halten dennoch auch eine kommunistische Kritik an Marx/Engels für notwendig. Unser Weg führt nicht zurück zu Marx, sondern vorwärts zum nachmarxistischen Kommunismus. Auch unsere Bezugnahme auf den historischen Rätekommunismus ist alles andere als unkritisch. Die selbstkritische Reflexion unserer bisherigen Arbeit kommt ebenfalls nicht zu kurz.

Selbstkritik ist bei unserer linksbürgerlichen Vergangenheit (Trotzkismus) bitter notwendig um wirklich konsequent mit ihr abzuschließen. Das ist alles andere als leicht. Wer unsere bisherige Arbeit (Soziale Befreiung Nr. 1-5) kritisch beleuchtet, wird neben vernünftigen Ansätzen auch inhaltliche Fehler, begriffliche Unklarheiten unscharfe Formulierungen und nur halb zu Ende Gedachtes finden. Deshalb haben wir uns aus Gründen der theoretischen Klarheit dazu entschlossen, den Vertrieb der Sozialen Befreiung Nr. 1-5 einzustellen. Aber unsere Arbeit war nicht umsonst. Die selbstkritische Überarbeitung von Beiträgen in bisherigen Ausgaben der Sozialen Befreiung bildet auch einen wichtigen Bestandteil von Der Terror des Kapitals.

NELKE (3. 11. 2002)