Annonce: Der ganz normale kapitalistische Wahnsinn

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Inhalt

Einleitung

1. Die grenzenlose Vermehrung des Geldes als weitgehende Realabstraktion

2. Proletarisches Elend produziert kapitalistischen Reichtum

3. Produktives Kapital: Produktionsmittel wenden Menschen an

4. Die „unsichtbare Hand des Marktes“ und die sichtbare Faust des Staates

5. Asoziale Ware-Geld-Beziehung

6. Konkurrenz und Wahn

7. Linkspolitischer Schwachsinn

8. Die mögliche revolutionäre Selbstaufhebung des Proletariats als kollektive Therapie

Einleitung

Eine Frau hat Hunger, aber sie hat nichts zu essen. Nicht, dass es an Essbarem in ihrer Nähe mangeln würde. Der nächste Bäcker ist 100 Meter von ihr entfernt und der nächste Fleischer sogar nur 50 Meter. Aber sie hat kein Geld mehr. Sie hat vor zwei Jahren ihren Job verloren. Das Arbeitslosengeld II ist alle und es ist noch so viel vom Monat übrig. 100 Meter weiter beim Bäcker langweilt sich dieser. Keine Kundschaft, wenn das so weiter geht, muss er seinem Gehilfen kündigen. Willkommen im ganz normalen kapitalistischen Wahnsinn!
Im ganz normalen kapitalistischen Wahnsinn, in dem nützliche Dinge und Dienstleistungen zum großen Teil nur hergestellt werden, wenn sie in Geld umgetauscht werden können, also verkäuflich sind. Wo Bedürfnisse, die nicht als kauffähige Nachfrage daherkommen, zu einem großen Teil unbefriedigt bleiben müssen. Wo ProletarierInnen oft Dinge produzieren, die sie sich selbst nicht leisten können. Ja, proletarisches Elend produziert kapitalistischen Reichtum. Das ist auch im hochentwickelten Metropolen-Kapitalismus kaum anders als in den Hinterhöfen der Peripherie. Materielles, psychisches und mentales Elend des Proletariats als Basis des kapitalistischen Reichtums.
Willkommen im ganz normalen kapitalistischen Wahnsinn, wo die meisten Produktionsmittel denen gehören, die selbst nicht an ihnen arbeiten. Die, die an ihnen arbeiten, sind die menschlichen Anhängsel der kapitalistischen Technologie, die das Kapital angemietet hat. Produktives Kapital: Produktionsmittel wenden Menschen an. Es ist das kapitalistische Management, dass die Produktionsmittel und die lohnabhängigen Menschen anwendet. Das Kapital, dass die Produktionsmittel benutzt, um lebendige Arbeitskräfte auszuquetschen wie Zitronen. Und der Saft wird dann verkauft. Geld! Vor dem kapitalistischen Saftladen stehen die Bullen. Damit der Saft, der aus dem Schweiß und dem Blut der Lohnabhängigen besteht und in Geld verwandelt wird, ewig weiterfließt.
Das ist der ganz normale kapitalistischen Wahnsinn, in dem auch nicht wenige ProletarierInnen ihren Bossen für die Ausbeutung auch noch dankbar sind und an Wahltagen die PolitikerInnen, die den ganzen Saftladen verwalten, ihre Stimme geben. Gegenseitig auf den Arbeitsmärkten und um seltene Konsumgüter konkurrieren. Und dabei rassistische, nationalistische, sexistische und sozialdarwinistische Ideologie reproduzieren. Ja, Lohnabhängige sind Teil der asozialen Ware-Geld-Beziehung. Wo sich Menschen selbst vermieten und verkaufen, um überleben zu können. Die einen vermieten sich an Wirtschaftsbosse, die anderen an staatliche Ämter – und wieder andere bieten auf den Straßen und in den Bordellen ihren Körper zur sexuellen Benutzung an. Andere Menschen, die oft über Prostituierte ihre Nase rümpfen, haben einen relativ gut bezahlten Bürojob. Aber auch viele von ihnen müssen lächeln, wenn ihnen zum heulen oder schreien ist. Lächeln, in das Gesicht des Chefs hinein, in die Visage des nörgelnden Kunden, lächeln, lächeln, lächeln…
Ja, das ist der ganz normale kapitalistische Wahnsinn. Den aufrecht zu erhalten ist der Sinn von Politik, auch der von linker Politik. Wo Linke regieren, herrscht der kapitalistische Wahnsinn genauso wie dort, wo die politische Mitte oder Rechte regiert. Das Radikalste was Linke hinbekommen haben, war den kapitalistischen Wahnsinn zu verstaatlichen, einen Staatskapitalismus zu organisieren. Doch das ist schon lange her. Inzwischen agiert die politische Linke weltweit im Rahmen des Privatkapitalismus beziehungsweise betreibt die beschleunigte oder langsame Transformation vom Staats- zum Privatkapitalismus. Ja, der linkspolitische Schwachsinn und der kapitalistische Wahnsinn reproduzieren sich gegenseitig.
Und doch gibt es Widerstand! Nicht immer lächeln Büroangestellte, sondern treten in den Streik. Wieder andere Lohnabhängige machen die Maschinen, denen sie von den Bossen zugeteilt worden sind, phantasievoll kaputt, behaupten es wäre ein Unfall gewesen, und ruhen sich in der Reparaturzeit aus. Das ist der Widerstand im kapitalistischen Wahnsinn.
Und dann gibt es noch proletarische RevolutionärInnen. Sie streben bewusst danach, den kapitalistischen Wahnsinn zugunsten einer klassen- und staatenlosen Gesellschaft aufzuheben. Dies ist nicht durch staatspolitischen Reformismus zu erreichen, sondern nur durch die revolutionäre Zerschlagung aller Nationalstaaten. Diese mögliche globale soziale Revolution lässt sich nicht künstlich hervorrufen. Sie ergibt sich möglicherweise durch eine objektiv-subjektive Ausnahmesituation, der die Mehrheit des Weltproletariats revolutionär werden lässt.


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