Annonce: Der spanische BürgerInnenkrieg (1936-1939)

Unsere neue Broschüre: „Der spanische BürgerInnenkrieg (1936-1939)“ (ca. 122 Seiten) von Soziale Befreiung (Hg.) ist da. Die Broschüre könnt Ihr hier für 5-€ (inkl. Porto) über Onlinemarktplatz für Bücher booklooker.de bestellen.


Sie ist hochaktuell. Noch heute entwaffnet der Antifaschismus das klassenkämpferische Proletariat gegen Demokratie und Nazis. Während in Deutschland die Nazis in die Offensive gehen und eine Pogromstimmung gegen MigrantInnen organisieren, fällt großen Teilen der Antifa nicht mehr ein, als nach der demokratischen Polizei zu rufen. Nach der gleichen Polizei, die als Staatsorgan die Kriminalisierung der Flüchtlinge und des klassenkämpferischen Proletariats organisiert. Wer nach staatlicher Repression gegen Nazis ruft, statt den militanten Klassenkampf gegen Staat und Nazis zu organisieren, steht auf der anderen Seite der Barrikade. Die Antifa ist in emanzipatorischer Hinsicht zu nichts zu gebrauchen. Sie nervt nur und verursacht Magengeschwüre.
Diese Broschüre besteht aus drei Schriften. Der erste Text Der spanische BürgerInnenkrieg als innerkapitalistischer Konflikt beschreibt den sozialreaktionären Charakter des Franquismus und des antifaschistischen Volksfrontregimes und wie das Proletariat im Kampf dieser zwei kapitalistischen Fraktionen blutig verheizt wurde. Er zeigt auf, dass der Kampf gegen Franco zuerst ein reproduktiv-defensiver Klassenkampf des Proletariats war, aber durch die reaktionäre Politik von Parteimarxismus und Anarchokapitalismus zu einem innerkapitalistischen Krieg wurde. Im zweiten Text Die antifaschistische Volksfront gegen das Proletariat werden die einzelnen Fraktionen der antifaschistischen Volksfront und ihre heutigen Apologeten kritisch unter die Lupe genommen: Von den StalinistInnen über die AnarchosyndikalistInnen bis zu der linkssozialistischen POUM.
In der dritten Schrift Frauen im Klassenkampf und BürgerInnenkrieg werden wir die bedeutende Rolle der proletarischen Frauen in den Klassenkämpfen in Spanien der 1930er Jahre beleuchten. Die herrschende Geschichtsschreibung ist immer noch im Wesentlichen die Geschichtsschreibung der herrschenden bürgerlichen Männer. Auch die männlichen marxistischen Historiker neigten und neigen dazu, die Rolle der Arbeiterinnen und der proletarischen Hausfrauen im Klassenkampf zu unterschätzen. Es begann schon damit, dass sie die besondere Unterdrückung der proletarischen Frau nicht richtig theoretisch reflektierten. Diese besteht eben nicht nur aus einer ungleichen Entlohnung und damit einer besonders starken kapitalistischen Ausbeutung, sondern auch in der Unterdrückung der Frau als Geschlechtswesen. Das Patriarchat herrschte und herrscht auch in vielen Familien lohnabhängiger Menschen. Deshalb ist die Emanzipation nicht nur gegen die Bourgeoisie durchzusetzen, sondern auch gegen die konservativen Kräfte der eigenen Klasse. Von der zumeist männlich dominierten Partei- und Gewerkschaftsbürokratie hat die proletarische Frau keine Befreiung, sondern nur Bevormundung zu erwarten.
Der spanische BürgerInnenkrieg ist auch dafür ein Beleg. Die Mittelstandsfeministinnen sind zu kleinbürgerlich beschränkt, um die gleiche Sprache wie die Arbeiterin zu reden. Der bürgerliche Feminismus agiert unter dem Begriff der Gleichberechtigung. Für die (klein)bürgerliche Frau bringt das durchaus Privilegien und Vorteile, für die lohnabhängige Frau, für die kleine Angestellte und Arbeiterin – wenn überhaupt – nur Angleichungen der Ausbeutungsverhältnisse mit den Männern ihrer Klasse. Deshalb keine Illusionen: Weder vorwiegend männliche Bürokratien noch Mittelstandsfeministinnen werden die lohnabhängige Frau befreien können. Frei wird die proletarische Frau nur durch ihren eigenen Kampf. Die Lehren, die Proletarierinnen im spanischen BürgerInnenkrieg zogen, sind immer noch aktuell. Deshalb wurden sie in dieser Broschüre verarbeitet.
In dieser Broschüre werden die aufmerksamen LeserInnen einige sehr oberflächliche
Quellenangaben finden, bei denen die Seitenangabe fehlt. Diese Schlampigkeit erklärt sich daraus,
dass wir hier auf älteres unveröffentlichtes Material der Sozialen Befreiung zurückgreifen, wozu wir
uns damals viel Literatur ausliehen. Damals glaubten wir auf eine genaue Seitenangabe bei Zitaten
verzichten zu können. Die Quellenangaben waren ja sowieso ein großer Mangel der damaligen
Sozialen Befreiung. So auch diesmal. Das ausgeliehene Material, aus denen wir unsere Quellen
schöpften, steht uns heute nicht mehr zur Verfügung. Dieses Material wieder zu beschaffen wäre
ein zu großer Aufwand für alle Beteiligten. Vielleicht sind ja auch alles nur Ausreden… oder unser
verwirklichtes Bedürfnis nach Faulheit!

Nelke, im September 2014