Annonce: Der sowjetische Staatskapitalismus und Imperialismus (1917-1991)

Unsere neue Broschüre: „Der sowjetische Staatskapitalismus und Imperialismus (1917-1991)“ (ca. 109 Seiten) von Soziale Befreiung (Hg.) ist da. Die Broschüre könnt ihr hier für 5-€ (inkl. Porto) über Onlinemarktplatz für Bücher booklooker.de bestellen.

Inhalt

Der sowjetische Staatskapitalismus als Übergangsgesellschaft
1. Der sowjetische Staatskapitalismus
2. Von der NEP zur Zwangskollektivierung der Landwirtschaft
3. Die ursprüngliche staatskapitalistische Industrialisierung
4. Stagnation und Todeskrise des sowjetischen Staatskapitalismus
5. Die Privatisierung des Kapitals

Proletarischer Klassenkampf in der Sowjetunion
1. Legaler Klassenkampf
2. Konspirativ-illegaler Alltagsklassenkampf
3. Streiks und ArbeiterInnenaufstände
4. Reproduktives Klassenbewusstsein, die „unabhängige Gewerkschaftsbewegung“ und die Privatisierung des Kapitals

Frauenunterdrückung in der UdSSR
1. Die staatskapitalistische Reproduktion der weiblichen Hausarbeit
2. Die sowjetische Frau als Gebärmaschine
3. Repressive Sexualmoral
4. Institutionalisierte Frauenbewegung

Sowjetischer Imperialismus
1. Der sowjetische Imperialismus
2. Der sowjetische Imperialismus bis zu Beginn des Kalten Krieges
3. Die UdSSR und die osteuropäischen Staatskapitalismen
4. Der sowjetische Imperialismus und der Trikont
5. Die sowjetische Kapitulation im Kalten Krieg
6. Der Zerfall der UdSSR

Einleitung

Die Weltbourgeoisie und ihr politisches Personal haben es zurzeit auch nicht gerade leicht. Sie sind konfrontiert mit einer verstärkt krisenhaften Kapitalvermehrung und mit einem global zunehmenden Klassenkampf – mit sehr starken Schwankungen innerhalb der verschiedenen Nationalstaaten.
Also läuft die internationale bürgerliche Ideologieproduktion auf Hochtouren, um das Proletariat weiter bei der Stange zu halten. Die gefährlichsten und leider immer noch sehr wirksamen bürgerlichen Ideologien stellen die Demokratie, der Nationalismus und der Antikommunismus dar. Alle genannten bürgerlichen Ideologien werden auch fleißig von dem Großteil der kleinbürgerlichen politischen Linken reproduziert. Der Bruch mit diesem Sumpf ist für proletarische RevolutionärInnen eine absolute Notwendigkeit.
Diese Broschüre richtet sich gegen den Antikommunismus – indem er der Lüge entgegentritt, die Sowjetunion und ihre Satellitenstaaten wären kommunistisch gewesen. Der Kommunismus ist die Bewegung, welche Kapital und Staat aufhebt und zugleich die mögliche und aus sozialrevolutionärer Sicht auch notwendige klassen- und staatenlose Gesellschaft. Die UdSSR und ihre Satelliten waren aber Klassengesellschaften, in der kapitalistische Partei/Staatsbürokratien von der Ausbeutung des Proletariats lebten. Nein, die Sowjetunion war weder kommunistisch noch sozialistisch beziehungsweise werdender Kommunismus. Sie war auch nicht nachkapitalistisch oder ein „bürokratisch degenerierter ArbeiterInnenstaat“, sondern schlicht staatskapitalistisch. Ihre sozialreaktionäre Gewalt gehört in keinem „Schwarzbuch des Kommunismus“ beschrieben, sondern muss genau wie der alltägliche und außergewöhnliche Terror des Privatkapitals in einer Bücherei über den Weltkapitalismus dargestellt werden.
Diese Broschüre richtet sich also gegen den demokratischen Antikommunismus und den staatskapitalistischen Partei-„Kommunismus“ – die verlogenste Form des Antikommunismus – indem er mit Hilfe des Denkwerkzeuges der materialistischen Geschichtsbetrachtung den sowjetischen Staatskapitalismus analysiert und kritisiert.
Die radikalmarxistische Kritik der Sowjetunion – die nichts mit der sozialdemokratischen Parteinahme für den Privatkapitalismus zu tun hat – ist alles andere als neu. Sie reicht bis in die frühen 1920er Jahre zurück und wurde sowohl innerhalb als auch außerhalb der UdSSR formuliert, am konsequentesten vom Rätekommunismus. Allerdings wäre es eine Idealisierung des Marxismus, wenn mensch behaupten würde, dieser hätte mit dem Marxismus-Leninismus (ML), der Partei- und Staatsideologie der UdSSR, überhaupt nichts zu tun gehabt. Schließlich findet sich schon im „Manifest der Kommunistischen Partei“ von Marx und Engels staatskapitalistische Ideologie. Andererseits half aber die Marxsche Analyse des Kapitalismus auch den radikalen MarxistInnen bei der materialistischen Kritik der UdSSR.
Für uns nachmarxistische KommunistInnen verkörperte also die Sowjetunion auch die antikommunistischen Tendenzen des marxistischen Kommunismus. Die kommunistische Bewegung kann nur selbstkritisch erfolgreich dem Antikommunismus entgegentreten. Sowohl der Marxismus-Leninismus als offizielle Rechtfertigungsideologie des sowjetischen Staatskapitalismus als auch die verschiedenen oppositionellen Marxismen werden in dieser Broschüre nur am Rande thematisiert. Wir planen aber eine Broschüre zum Thema unter dem Titel Der Marxismus und die Sowjetunion.
Auch die Russische Revolution und ihren Höhepunkt, den Kronstädter Aufstand gegen den staatskapitalistischen Bolschewismus im März 1921, werden in dieser Broschüre aus Platzgründen nur gestreift. Wir werden uns aber mit diesem Ereignis in einer weiteren Broschüre auseinandersetzen. Diese Broschüre wird Schriften zur Russischen Revolution (1917-1921) heißen.
Die beiden oben erwähnten Broschüren können bereits für jeweils 5 Euro in Form von Briefmarken oder Bargeld vorbestellt werden.

Nelke, im Mai 2012


1 Antwort auf „Annonce: Der sowjetische Staatskapitalismus und Imperialismus (1917-1991)“


  1. 1 Die staatskapitalistische Reproduktion der weiblichen Hausarbeit « Soziale Befreiung Pingback am 15. Juli 2012 um 17:05 Uhr
Die Kommentarfunktion wurde für diesen Beitrag deaktiviert.