Archiv für Februar 2012

Annonce: Drei Kräfte gegen das Proletariat: Der Staat, die Nazis und der Antifaschismus

Unsere neue Broschüre Drei Kräfte gegen das Proletariat: Der Staat, die Nazis und der Antifaschismus (ca. 113 Seiten) von Soziale Befreiung (Hg.) ist da. Die Broschüre könnt Ihr für 5-€ (inkl. Porto) über Onlinemarktplatz für Bücher hier über Onlinemarktplatz für Bücher booklooker.de bestellen.

Einleitung

Diese Broschüre ist sehr polemisch und subjektiv. In ihr kommt die proletarische Subjektivität des Autors zum Ausdruck. Er kennt sowohl das produktive (Lohnarbeit) als auch das unproduktive (Erwerbslosigkeit) Elend des Proletariats aus eigener Erfahrung. Solche Erfahrungen machten ihn sehr böse und polemisch gegen das Kapital und die Politik, welche die kapitalistische Ausbeutung des Proletariats reproduziert. Diese proletarische Subjektivität ihres Autors macht diese Broschüre objektiv zu einem geistigen Ausdruck des Klassenkampfes.
Im Kapitalismus ist jede Politik bürgerlich. Revolutionär kann nur die Aufhebung der Politik durch das Proletariat sein. Durch die Überwindung der Warenproduktion und die Zerschlagung des Staates wird auch die Politik, welche die staatsförmige Organisation der Gesellschaft darstellt, aufgehoben. Das geht nur durch die soziale Revolution. Schon vor der Revolution müssen RevolutionärInnen einen harten und konsequenten Kampf gegen alle politischen Strömungen führen. Der Hauptkampf ist selbstverständlich gegen die Demokratie, in welcher aktuell die soziale Diktatur des Kapitals zum Ausdruck kommt, zu führen.
Ausgangspunkt dieser Broschüre ist die Ende 2011 – nicht zum ersten Mal – offenbar gewordene Zusammenarbeit von Teilen des demokratischen Staatsapparates mit NaziterroristInnen. Um diesen Fakt zu verschleiern wurde von den Herrschenden wieder mal auf den Antifaschismus gesetzt. Dieser offizielle Regierungsantifaschismus, welcher die kapitalistische Funktion der Nazis in Vergangenheit und Gegenwart maskiert, kann auch immer wieder auf die objektive Mithilfe der Antifa als kleinbürgerlich-politischer Straßenbewegung zählen. Denn was fordern große Teile der Antifa?! Richtig, dass der demokratische Staat repressiv gegen die Nazis vorgeht. Doch staatliche Repression ist grundsätzlich sozialreaktionär. Der Staat hält sich also nicht nur ein paar Hausnazis, sondern auch ein paar Hausantifas.
Nazis und AntifaschistInnen stellen gegenwärtig nur den rechten und den linken Flügel der demokratischen Politik dar, auch wenn sich beide zuweilen noch so antibürgerlich und antikapitalistisch geben. Dies nachzuweisen, ist die Hauptaufgabe dieser Broschüre. Der konterrevolutionären Rolle von Faschismus und Antifaschismus in Vergangenheit und Gegenwart wird der revolutionäre Kampf gegen Kapital und Politik gegenübergestellt und erläutert.

Nelke, im Februar 2012

Der Terror des Kapitals – eine rätekommunistische Streitschrift


Mit der Beschreibung des ganz „normalen Terrors des Kapitals“ beginnt Nelke seinen Einstieg in die vorliegende umfassende und streitlustige Schrift. Fundiert schildert er die Funktionsweise der kapitalistischen Verwertung, unterzieht gewerkschaftliche Herangehensweisen und marxistische, aber auch anarchistische Politikverständnisse einer radikalen Kritik und setzt sich mit den diversen sozialen Bewegungen wie der Frauen-, Ökologie- oder auch Friedensbewegung auseinander. In solider rätekommunistischer Tradition wird der „reale Sozialismus“ als banaler Staatskapitalismus demaskiert. Eine grundsätzliche Aufarbeitung der jüngeren Reprivatisierungsgeschichte wird an den Beispielen des „blutigen Zerfalls Jugoslawiens“ und der „friedlichen Annexion der DDR“ geleistet.
Erhältlich ist das Buch im Buchhandel, 250 S., 12,90 Euro, ISBN: 3-00-015468-X oder direkt bei Syndikat-A.

Einleitung

Wir sind uns sehr wohl dessen bewußt, was der Autor p.m. zur Geschichte sagte: „Geschichte sind die Schichten unserer Gegenwart. Nichts ist erledigt, alles wird noch dreimal hochkommen.“ (p.m. im Interview: Von der Notwendigkeit aus der Geschichte zu ändern, statt sie immer zu wiederholen in Revolution Times Nr. 12, S. 36.) Deshalb besteht VOM KAPITALISMUS ZUR KLASSENLOSEN GESELLSCHAFT aus kritischen Beiträgen zur Geschichte und Gegenwart des Kapitalismus und der bürgerlichen Ideologie sowie des Klassenkampfes und der revolutionären Theorie. Die klassenlose Gesellschaft ist für uns eine mögliche Variante der Zukunft, aber keine Gesetzmäßigkeit. Auch halten wir den Kommunismus nicht für ein weltliches Paradies, es wird auch in ihm Widersprüche zwischen Gesellschaft und Individuum geben –allerdings werden sie ganz anders gelöst werden als wir es aus der Klassengesellschaft gewöhnt sind.

Die scharfe Kritik des Kapitalverhältnisses in allen seinen Erscheinungsformen (Privatkapitalismus, Staats-kapitalismus) und ideologischen Verkleidungen (Nationalsozialismus, Demokratie, „realer Sozialismus“) ist Lebenselixier des historischen Materialismus. Für uns sozialrevolutionäre ArbeiterInnen ist der Bruch mit dem kleinbürgerlichen Radikalismus (Parteimarxismus, Anarchismus, Mittelstandsfeminismus Antiglobalisierungs-bewegung…) besonders wichtig, da er in seinen Hauptströmungen nicht fähig ist mit der Klassengesellschaft zu brechen und nicht selten schon zu einer wichtigen politischen und ideologischen Stütze eben dieser Klassen-gesellschaft wurde. Marx/Engels sind als Pioniere des wissenschaftlichen Kommunismus noch immer dem Großteil ihrer parteimarxistischen Epigonen, aber auch den meisten ihrer anarchistischen KritikerInnen geistig weit überlegen. Aber wir halten dennoch auch eine kommunistische Kritik an Marx/Engels für notwendig. Unser Weg führt nicht zurück zu Marx, sondern vorwärts zum nachmarxistischen Kommunismus. Auch unsere Bezugnahme auf den historischen Rätekommunismus ist alles andere als unkritisch. Die selbstkritische Reflexion unserer bisherigen Arbeit kommt ebenfalls nicht zu kurz.

Selbstkritik ist bei unserer linksbürgerlichen Vergangenheit (Trotzkismus) bitter notwendig um wirklich konsequent mit ihr abzuschließen. Das ist alles andere als leicht. Wer unsere bisherige Arbeit (Soziale Befreiung Nr. 1-5) kritisch beleuchtet, wird neben vernünftigen Ansätzen auch inhaltliche Fehler, begriffliche Unklarheiten unscharfe Formulierungen und nur halb zu Ende Gedachtes finden. Deshalb haben wir uns aus Gründen der theoretischen Klarheit dazu entschlossen, den Vertrieb der Sozialen Befreiung Nr. 1-5 einzustellen. Aber unsere Arbeit war nicht umsonst. Die selbstkritische Überarbeitung von Beiträgen in bisherigen Ausgaben der Sozialen Befreiung bildet auch einen wichtigen Bestandteil von Der Terror des Kapitals.

NELKE (3. 11. 2002)